Wichtige Details zur Asiatischen Tigermücke

Wie breitet sich die Asiatische Tigermücke aus?

Die Asiatische Tigermücke kommt ursprünglich aus Südost-Asien, von wo sie sich in den letzten Jahrzehnten als invasive Art global ausgebreitet hat. Intercontinental wird sie mit Handelsgütern - meist im Eistadium z.B. in gebrauchten Autoreifen oder mit Pflanzen wie "Lucky Bamboo" (Dracaena sanderiana) verschleppt, während sie sich in befallenen Ländern meist als blinder Passagier in Fahrzeugen ausbreitet. In Deutschland wurde sie erstmals 2007 nachgewiesen. Die erste Massenvermehrung fand 2014 in einem Kleingarten in Freiburg statt, in dessen Nähe täglich Züge aus Norditalien - beladen mit LKWs und Tigermücken als blinde Passagiere - eintreffen . Danach hat sie sich explosionsartig vorwiegend in Südwest Deutschland ausgebreitet. Zunächst wurden die Tigermückenweibchen in Fahrzeugen aus den mediterranen Befallsgebieten kommend nach Deutschland importiert, danach wurden jedoch innerhalb Deutschlands zunehmend Tiere von bestehenden Tigermücken-Populationen in neue Gebiete verschleppt. Während 2017 lediglich etwa 20 Kommunen betroffen waren, traten im Jahr 2024 bereits  in über 100 Kommunen Tigermückenpopulationen auf, wobei der Südwesten Deutschlands besonders betroffen ist. Tigermückenpopulationen werden aber auch in Berlin, Bonn, München oder Nürnberg nachgewiesen.  

 

Wie erkennen Sie die Tigermücke?

 

  • Sie ist eine der kleinsten Stechmücken (etwa 6mm groß);

 

  • Schwarz-weiß gefärbt:

 

  • Sie hat fünf weiße Streifen (Ringe) an den Hinterbeinen;

 

  • Das Ende der Hinterbeine ist weiß;

 

  • Sie hat einen charkateristischen weißen Längsstreifen am Rücken des Vorderkörpers.

Wie entwickelt sich die Tigermücke?

Etwa 4 Tage nach der Blutmahlzeit legen die Tigermückenweibchen ihre Eier am Rand der Gefäße oberhalb der Wasseroberfläche (1) ab. 

Bei Ansteigen des Wasserstandes z.B. bei Regen schlüpfen die Larven (T > 10°C) aus den Eiern (2).

Im Wasser durchlaufen sie 4 Larvenstadien und ein Puppenstadium (2 / 3). Aus der Puppe schlüpft die Mücke (4 / 5). Nur die Larven fressen und können mit Bti bekämpft werden. Ungeschlüpfte Eier überstehen Trockenheit und auch kalte Winter.

Im Herbst sterben die Mücken ab und überwintern als Larve in den Eiern. Ab März/April des kommenden Jahres können die Larven bei ansteigendem Wasserstand in den Gefäßen aus den Eiern schlüpfen.

Wo brütet sie?

Die Tigermücke brütet in kleinsten, meist künstlichen Wasseransammlungen die mindestens 5 Tage Wasser enthalten, zum Beispiel in: Regentonnen, Gullys, Eimern, Gießkannen, Blumentopf- Untersetzern, ungenutzten Blumenvasen, Wasserschalen, Folienabdeckungen mit Wasseransammlungen, wassergefüllten Schirmständern, verstopften Regenrinnen, Autoreifen. 

Typische Brutstätten sind:

 

wassergefüllte Kleinstgefäße

Nicht lückenlos abgedeckte Regenfässer oder wassergefüllte Eimer und Gießkannen können Massenbrutplätze der Tigermücken darstellen.

Nassgullys sind oft übersehene Massenbrutstätten

Wasseransammlungen in Plastikplanen

Wassergefüllte Blumentopfuntersetzer 

Wassergefüllte Schirmständer und 

nach oben offene Rohre 

Verstopfte Regenrinnen 

Wasserspeicher und Zisterne

Wie kann sie bekämpft werden?

Die Bekämpfung beruht auf drei Säulen: 

 

1. Entfernen unnötiger Brutplätze;

 

2. Sanierung der Brutstätten;

 

3. wo Säulen 1 & 2 nicht möglich sind, müssen Brutplätze mit Bti bzw. mit Bti und Kleinkrebsen (Hüpferlingen) behandelt werden. 

 

Die Mitwirkung der Bevölkerung ist essenziell!!!

1. Vermeiden und Entfernen der Brutstätten

Sie sollten alle unnötigen Gefäße als Brutstätten auf ihrem Grundstück vermeiden bzw. entfernen, in denen sich Wasser ansammeln kann. 

 

2. Sanierung der Brutstätten

Ungenutzte Behälter wie Gießkannen, Eimer oder Blumenkübel umgedreht hinstellen oder unter Dach lagern, damit sich kein Regenwasser ansammeln kann. Ggf. vor Beseitigung Innenseiten der Behälter mit Bürste reinigen, um keine Mücken-Eier zu verschleppen. Schirmständer oder Rohre mit einem Gefäß abdecken (Bild rechts). Rohre oder kleine Vertiefungen können mit Sand aufgefüllt werden, damit ein freie Wasseransammlung vermieden wird. 

3. Brutplatzbehandlung

Alle potentiellen Brutstätten, die nicht beseitigt oder saniert werden können, wie z.B. Gullys, etwa alle zwei (Hochsommer) bis drei Wochen (bei mäßigen Temperaturen) mit Bti-Tabletten behandeln.

Die Kombination von Bti und Hüpferlingen - eine nachhaltige biologische Bekämpfung der Tigermücken in Regenfässern und ähnlichen Wasseransammlungen

Die Anwendung der Bti Eiweiße zum Beispiel im Form von Tabletten töten gezielt die Mückenlarven ab. Allerdings werden die Eiweiße natürlich innerhalb von wenigen Wochen abgebaut, sodass die Bti-Behandlung im Zeitraum von April bis Oktober in regelmäßigen Abständen von etwa zwei bis drei Wochen erfolgen muss. Die kombinierte Anwendung von Bti und einheimischen Hüpferlingen weist dagegen in aller Regel eine längerfristige Wirkung von mehreren Wochen bis Monaten auf. Bti tötet zunächst alle Mückenlarven ab und durch den anschließenden Einsatz von Hüpferlingen zum Beispiel in ein Regenfass werden frisch schlüpfende Erstlarven der Tigermücken dauerhaft abgetötet und zum Teil gefressen. Treten keine Stechmückenlarven auf, so können sich die Hüpferlinge von Algen und Mikroorganismen ernähren. Eine Überwinterung der Hüpferlinge in Regenfässern kann dann beobachtet werden wenn die Regenfässer nicht gänzlich entleert werden. 

Es empfiehlt sich nach einer Behandlung mit Bti Hüpferlinge einzusetzen und danach das Regenfass mit einem Moskitonetz lückenlos abzudecken. Damit bleibt das Regenfass langfristig Tigermückenfrei.

 

In einem großangelegten Feldversuch in Heidelberg konnten in 98% aller Regenfässer, mit einer etablierten Hüpferling-Population über mehr als zwei Monate keine Tigermücken nachgewiesen werden. 

 

Durch die kombinierte Anwendung werden somit nicht nur Kosten gespart, sondern auch die Effizienz der Bekämpfung erhöht. 

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